
KoBOld (Spielgemeinschaft aus Bremen/Osnabrück/Oldenburg) gewinnt die 3. Liga der diesjährigen Outdoor-DM in Frankfurt! In einem spannenden, hart umkämpften und vor allem windigen Finale werden die Endzonis aus Rostock mit 12:11 besiegt. Christof, Steffen, David und Malte gehören zum siegreichen KoBOld-Team, mit Daniel spielt ein weiteres UFO im Finale auf Rostocker Seite.
Als topgesetztes Team in Liga 3 reist KoBOld am vergangenen Wochenende nach Frankfurt zur 31. Deutschen Ultimate-Meisterschaft. Nur ganz knapp hatte KoBOLd Anfang Juli auf der Nord-Quali in Hannover durch eine 2-Punkte-Niederlage im entscheidenden Spiel gegen die Frisbee Family Düsseldorf die 2. Liga verpasst. Aufgrund der Ausfälle einiger Leistungsträger (Tim, Malte M., Nils, Hammer) bestehen im Vorfeld der DM allerdings gerechtfertigte Zweifel, ob KoBOld wirklich so stark ist, wie es der Setzlistenplatz ausdrückt.
In den Poolspielen gewinnt KoBOld zunächst in einem engen Spiel mit 15:13 gegen Frühsport 0,5 Köln, verliert dann aber das zweite Freitagsspiel mit 12:15 gegen die Carapedos aus Wuppertal/Dortmund. Nach dem ersten Tag ist klar, dass eine Steigerung nötig ist, um ganz vorne mitzuspielen. Am Samstag folgt im Morgenspiel ein relativ leichter Sieg gegen Yeahaw! Berlin (15:6), dann geht es gegen die Gummibärchen 2 aus Karlsruhe. Dieses Spiel wird zum Schlüsselspiel: Beim Zwischenstand von 9:11 gegen KoBOld droht Platz 4 im Pool, der bestenfalls noch für Rang 7 im Gesamtranking gereicht hätte. Durch einen überzeugenden 6-Punkte-Lauf kann die Niederlage abgewendet werden, das Spiel wird 15:11 gewonnen. Erstmals gelingt es KoBOld in der Defense richtig Druck zu machen, den Gegner zu Fehlern zu zwingen und diese dann auch konsequent auszunutzen. In der Endphase dieses Spiels deutet sich erstmals an, dass für KoBOld in diesem Jahr trotz der Ausfälle alles möglich ist. Da Köln gegen die Carapedos mit 15:13 gewinnt, kommt es im Pool zu einem 3er-Vergleich auf den vorderen 3 Plätzen, in dem KoBOld auf Platz 3 landet. Im Viertelfinale heißt der Gegner Ars Ludendi aus Darmstadt (2. im Pool B). Im vielleicht durchgängig stärksten Spiel des Wochenendes gelingt KoBOld ein ungefährdeter, souveräner 15:8 Erfolg gegen die "Luden", die sich aufgrund starker Leistungen in den Poolspielen mehr ausgerechnet hatten. Nun kommt es im Halbfinale zum Rematch gegen die Carapedos.
Einen (in etwa gleichstarken) Gegner zweimal hintereinander zu schlagen ist bekanntlich schwer. Diese Weisheit bewahrheitet sich im zweiten Aufeinandertreffen mit den Carapedos. Wieder ist es ein ganz enges, hart umkämpftes Match. Kein Team kann sich wirklich absetzen. Erwähnenswert ein spektakulärer Layout-Catch von Friedel (nicht der einzige an diesem Wochenende) nach einem Backhand-Huck von Fabian, der das gesamte KoBOld-Team auf den Platz stürmen und abfeiern lässt. Als die 90 Minuten abgelaufen sind, steht es 12:12, das Spiel geht auf 14. KoBOld ist an der Scheibe und bringt die Offense zum Stand von 13:12 durch. Der Druck liegt nun bei den Carapedos, die die nächsten beiden Punkte machen müssen. Spätestens jetzt zählt auch die mentale Stärke. KoBOld will unbedingt die Revanche, erzwingt der Turn bereits in der gegnerischen Hälfte und schafft es dann auch ganz "langweilig" den Punkt zu machen. Endstand 14:12, der Finaleinzug ist geschafft.
Und dann das Finale gegen die an Nummer 2 gesetzten Endzonis aus Rostock. Bereits in der Quali hatten beide Teams zweimal gegeneinander gespielt und je einmal gewonnen. Auch die Endzonis spielen die DM mit einem - im Vergleich zur Quali - ersatzgeschwächten Team, das allerdings in den Poolspielen und im Halbfinale weniger Mühe hat als KoBOld. Dass das Finalspiel ein besonderes, dramatisches und denkwürdiges Spiel wird, ist vor allem dem immer stärker werdenden Wind zu verdanken. Die erste Halbzeit verläuft noch relativ "normal", wenn man von den vielen - teils unnötigen - Calls absieht. Glücklicherweise besinnen sich beide Teams im weiteren Spielverlauf darauf Frisbee zu spielen statt zu diskutieren. Es wird ordentliches Ultimate gespielt, von KoBOld zunächst etwas erfolgreicher als von den Endzonis, so dass es zur Halbzeit 8:4 steht. Vieles spricht in diesem Moment für einen ungefährdeten KoBOld-Sieg. Dann wird der Wind immer heftiger und das Spiel immer zerfahrener. Gegenwind-Punkte werden extrem schwer. KoBOld lässt sich davon völlig aus dem Konzept bringen. Die Endzonis nutzen die Verunsicherung, starten einen 4-Punkte-Lauf und machen aus einem 7:10 ein 11:10. Inzwischen ist die Spielzeit abgelaufen und das Spiel geht auf 12. KoBOld hat nun eine Gegenwind-Offense, die unbedingt erfolgreich sein muss. Der spielentscheidende Punkt! Zum Glück für KoBOld fliegt der Anwurf auf Höhe der Mittellinie ins Aus, so die gegnerische Endzone nicht mehr ganz so weit entfernt ist. KoBOld behält gegen die Zone der Endzonis die Nerven, spielt noch einmal so konzentriert wie zu Beginn des Spiels und macht den Punkt zum 11:11. Der letzte Punkt ist nichts für schwache Nerven. Die Endzonis haben die Offense gegen den Wind, KoBOld ist in der Defense. Wenigstens 5 Mal holt KoBOld die Scheibe, schafft es aber nicht, diese in der Zone der Endzonis zu versenken. Meist wird schon der erste oder zweite Pass weggeworfen. Reine Nervensache! Auf der anderen Seite geben die Endzonis die Scheibe aber immer genauso schnell wieder her, kommen kaum über die Mittellinie. Beim geschätzt sechsten Anlauf klappt es dann endlich, Paul zwingt die Scheibe irgendwie über 5 Meter zu Fabian und das Spiel ist aus, aus, aus, KoBOld ist Meister 2011 in Liga 3. Schön war es sicher nicht, aber dafür extrem spannend. Ein Fight auf "Biegen und Brechen" der beiden Mannschaften alles abverlangt hat. KoBOld hat sich den Titel durch eine Energieleistung des gesamten Teams verdient, das mehrfach angezählt war aber immer wieder aufgestanden und zurückgekommen ist.

Das Meisterteam von links nach rechts:
oben: Paul, Timo, Christoph, Matze, Jonas, Steffen, Christof
unten: Mischa, Götz, David, Jan, Friedel, Fabian, Lars, Malte
Abschließend sei noch hinzugefügt, dass KoBOld durchaus auch genug Qualität gehabt hätte, um gegen die Teams der unteren Hälfte der 2. Liga ordentlich mitzuspielen. Die Aufsteiger der Qualis belegen in der 2. Liga die Plätze 7 (Goldfingers) und 8 (Frisbee Family), die Cultimaters werden sogar 4. und nehmen im nächsten Jahr an der Top16-Reli teil. Einzig die Bad Raps werden als Süd-Quali-Team auf Platz 10 durchgereicht. Bei der Nord-Quali trifft KoBOld im nächsten Jahr wieder auf die gleichen "alten Bekannten": Potsdam, Düsseldorf, Rostock,...
Abgerundet wird das DM-Wochenende durch ein grandioses Open-Finale, in dem die Heidees zunächst besser spielen und deutlich führen, am Ende aber von Bad Skid aus Heilbronn und Umgebung noch knapp geschlagen werden. Das Spiel bietet jede Menge Action mit spektakulären Szenen. Überragender Mann auf dem Platz ist Holger Beutenmüller (Bad Skid), der in der "Crunch-Time" mit zwei erfolgreichen Defense-Layouts den Grundstein für den Sieg legt.
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